Informationen zu Hüftgelenkdysplasie, Keilwirbel und Patellaluxation
   
Der altdeutsche Mops sollte ein fröhlicher, leistungsstarker, agiler und quietschfideler Hund sein, doch dazu benötigt er mehr, als nur eine lange Nase. Mit einer solchen kann er zwar besser atmen, jedoch laufen und springen muss er mit seinem Körper und der sollte anatomisch gesund sein. Leider liegt der Mops in der Statistik bezüglich Hüftgelenksdysplasie (kurz HD genannt) im oberen Drittel der daran erkrankten Rassehunde.
 

Die Hüftgelenksdysplasie:

Bei der HD handelt es sich um eine Entwicklungsstörung, welche noch zusätzlich durch falsche Ernährung und Bewegung des Hundes verstärkt werden kann.
 
Zur Verdeutlichung der Hüftgelenksdysplasie (HD) beim Mops bitte nachfolgende Tabelle ansehen:
Grad
Zustand
vergleichbare Schulnote
zu erwartende Probleme beim Mops
A1 / A2
HD Frei
einwandfreies Hüftgelenk
sehr gut
keine
B1 / B2
HD Übergang
gutes Hüftgelenk
gut
keine
C1 / C2
HD leicht
leicht betroffenes Hüftgelenk
befriedigend
keine
D1 / D2
HD mittel
mittelgradig betroffenes Hüftgelenk
ausreichend
fallabhängig können Probleme wie Arthrose auftreten, jedoch erst beim älteren Mops
E1 / E2
HD schwer
schwer betroffenes Hüftgelenk
mangelhaft
Probleme wie Arthrose treten meist auf, OP`s sind in manchen Fällen nötig, je nach Trainingszustand des Hundes können die Probleme erst spät auftreten
F
schwerste HD
schwerst betroffenes Hüftgelenk
ungenügend
hier ist in der Regel eine sofortige OP notwendig
 
Bei schwerer und schwerster HD sind folgende Veränderungen einzeln oder kombiniert sichtbar:
Luxation (Verrenkung bzw. Herausgleiten des Gelenkkopfes), Abflachung der Gelenkpfanne, besonders ihres kranialen (kopfwärts gelegenen) Randes, Abflachung des Femurkopfes (Oberschenkelkopfes) , oftmals entwickelt sich ein pilzförmiger Gelenkkopf, der Gelenkkopf sitzt nicht mehr fest in der Pfanne und hat Spiel, dies kann im Alter zu Degenerationen (Arthrosen) führen, weil sich der Gelenkknorpel durch Abnutzung abgebaut hat. Als Zeichen bereits eintretender Arthrose werden Osteophyten (knöcherne Neubildung als Knochensporn oder -spange) am kranialen (kopfwärts gelegenen) und kaudalen (Schwanz- bzw. steißwärts gelegenen) Pfannenrand sichtbar.
 
 

Die Keilwirbelbildung:

 
Keilwirbel gehören zu den pathologischen (krankhaften) Veränderungen von einem oder mehreren Wirbeln der Wirbelsäule. Es handelt sich um eine Deformation des eigentlich viereckigen Wirbelkörpers, der nun eine dreieckige Form zeigt. Es ist davon auszugehen, dass der Mops aufgrund seiner Züchtung auf geringe Größe, kurze Rückenlänge und des komprimierten Körpers (multo in parvum - viel Masse in geringer Größe) durch die damit verbundene Stauchung der Wirbelsäule und des gesamten Körpers, vom Fang bis zur Rute, zu dieser Deformation neigt. Diese Mißbildungen der Wirbelkörper verursachen Stenosen (Verengungen) im Wirbelkanal, begünstigen progressive (fortschreitende) Deformation und Instabilität der Wirbel mit degenerativen Bandscheibenveränderungen. Darüberhinaus können auch an den Nervenwurzeln, den Spinalnerven oder dem Rückenmark Mißbildungen und Quetschungen auftreten, bis hin zur Durchtrennung des Rückenmarkes. Durch Kompressionen des Rückenmarkes, Nervengewebes oder der Blutgefäße in diesen, für alle Bewegungabläufe wichtigen Bereichen des Körpers kommt es zu folgenden Symptomen: Die umfangreichen pathologischen Veränderungen können mit diversen neurologischen Ausfallerscheinungen verbunden sein. Je nach Ausprägung und Schweregrad kann der betroffene Hund unter leichten Bewegungsanomalien leiden oder schlimmstenfalls Lähmungserscheinungen bis hin zur völligen Bewegungsunfähigkeit zeigen. Diese erbliche Erkrankung, deren Erbgang noch nicht genau entschlüselt ist, sollte und muss züchterisch bekämpft werden. Eine Vermehrung des Keilwirbelbestandes innerhalb der Rassepopulation sollte weitestgehend vermieden werden, indem stark von Deformationen betroffene Hunde gar nicht erst in die Zucht gelangen.
Prädisposition: Französische Bulldoggen, Englische Bulldoggen, Pekingesen, Mops, Boston Terrier (eben unsere geliebten brachyzephalen Rassen)
 

korrekt ausgebildete Wirbel (keine Keilwirbel sichtbar)

korrekt ausgebildete Wirbel (keine Keilwirbel sichtbar)
 

Lendenwirbel ist als Keilwirbel ausgebildet und hat das Rückenmark durchtrennt
 

Die Patellaluxation:

 
Ist eine angeborene Kniescheibenerkrankung und betrifft fast nur kleine Rassen (wie z.B. Yorkshire-Terrier, Pudel, Mops, Chihuahua, Zwergspitz, Malteser, Bologneser, Pekingesen, Boston-Terrier etc). Sie zeigt sich durch plötzlich auftretende Lahmheit, die oft nach einigen Schritten wieder verschwindet, wenn die Kniescheibe in ihre normale Lage zurückgesprungen ist. Die Ursachen beim erwachsenen Hund sind mannigfaltig; so kann die Knochenrinne des Unterschenkels, in der die Kniescheibe sitzt, zu flach sein, oder die seitlichen Bänder zur Fixation sind zu schwach und reißen ab. Auch eine Fehlstellung der Knochen (O- oder X-beinig) bewirkt durch den dadurch bedingten schrägen Zug das Herausrutschen. Bei der schweren Form der Patellaluxation (kurz PL genannt) muss oftmals eine Operation die Lebensqualität des Hundes wieder herstellen.
Es gibt Luxationen von Grad I bis Grad IV.
In meiner Zucht wird nur mit Hunden mit Grad O gezüchtet. Ein Einsatz von Hunden mit Grad I erfolgt nicht.
 

An diesem Knochenpräparat des Kniegelenkes sieht
man ganz deutlich die wohlgeformte und gut ausgebildete
Laufrinne, in welcher sich tief sitzend die Kniescheibe
befindet, hier würde es keine Luxation geben
 
 
 
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