Über die Herkunft des Mopses allgemein gibt es unterschiedliche Aussagen, Spekulationen und Thesen. Recht einig ist man sich in der Fachwelt jedoch darüber, dass der Mops ursprünglich aus Asien stammt. Dort gab es im alten China bereits einige Jahrhunderte v. Ch. kurzschnauzige Klein- und Kleinst-Hunde, welche sich durch sorgfältig betriebene Zucht im Laufe der Jahrhunderte in verschiedenen Schlägen und später Rassen manifestierten. Die Hundezucht, welche in den unterschiedlichen chinesischen Herrscher-Dynastien durchweg mit ausgesprochener Hingabe verfolgt wurde, oblag damals hauptsächlich speziell ausgebildeten Untergebenen der jeweiligen Herrscherhäuser. Mal sollen es tausende Eunuchen gewesen sein, welche sich der Hundezucht widmeten, dann wiederum gibt es Aufzeichnungen über züchterisch aktive Mönche, deren Kleinsthunde als Ärmelhunde in den weiten Ärmeln ihrer Besitzer, diese begleiteten.

Es gab langhaarige, wie kurzhaarige Typen welche recht klein waren und man vermutet, dass Rassen wie Mops, Pekingese, eventuell auch Tibet Spaniel, Lhasa Apso und Shi Tzu sämtlich auf diese Zuchtbemühungen zurückgehen. So entstand wohl auch der Typ des kurzschnauzigen Mopses, wie er heute weltweit bekannt ist.
Wann nun dieser Mops nach Europa gelangte ist wiederum nicht diskussionsfrei belegt. Wahrscheinlich ist jedoch, dass er über den Seeweg oder die Seidenstrasse nach Holland und Großbritannien gelangte. Die ostindische Handelsgesellschaft wird, als möglicher Handelspartner mit dem Orient, häufig als möglicher Importeur des Mopses nach Europa genannt und mir persönlich erscheint diese These recht schlüssig. Da es im alten Asien durchaus üblich war die kleinen Ärmelhunde als Präsente an befreundete Herrscherfamilien zu überreichen, liegt es recht nahe, dass der Mops ebenfalls aus diplomatischen, Handels- und/oder Tausch- Beziehungen heraus den Weg nach Europa fand. So sind bereits im 15./16. Jahrhundert erste Gemälde und Figuren des Mopses gefertigt worden, welche seine Existenz im Europa dieser Zeit belegen. Er schien zu den privilegierten Hunderassen der Adeligen und Herrscherhäuser zu gehören und besonders in Großbritannien und den Niederlanden war er sehr beliebt. Der Körperbau des Mopses dieser Zeitepoche war noch sehr uneinheitlich, was viele Bilder deutlich belegen. Es gab kleinere, größere, schlankere und kompaktere Typen des Mopses. Es lassen sich Bilder sehr plattnasiger Hunde ebenso finden, wie welche mit ausgeprägter Schnauzenpartie.
Häufig wurden die Ohren der Hunde kupiert, was wir aus heutiger tierschutzrechtlicher Sicht natürlich nicht mehr als schön oder legitim empfinden können. Erst nach und nach begann eine einheitlichere Zucht des Mopses auf bestimmte Merkmale hin. Dabei wurde der Mops offensichtlich immer mehr zur Verwendung als typischer Schoß- und Damenhund gezüchtet.
 
Gab es zunächst noch Herrscher, Regenten und selbst Feldherren welche den Mops als treuen Begleiter priesen, so entwickelte sich der Mops im Biedermeier zum typischen Schoßhund ältlicher Jungfern, welche diesen bis hin zu seiner eigenen Karrikatur überfütterten, hätschelten und als Kindesersatz verzogen. Das Image des Mopses sank daraufhin ins Bodenlose und die Abneigung gegen den als verfettet und grässlich geltenden Hund hält sich in manchen Kreisen bis heute. Doch gab es nicht nur diese Variante des Mopses, es existierte darüber hinaus auch noch der schlankere und sportlichere Schlag des Mopses wie wir ihn heute als altdeutsch beschreiben. Der Typ des altdeutschen Mopses wie er seit einigen Jahren hier in Deutschland definiert wird, ist wohl auf vielen Gemälden des 18. und 19. Jahrhunderts zu bewundern, verfestigte sich jedoch Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts recht stark. Woher die sportlicheren und langschnauzigeren Hunde auf den sehr frühen Gemälden des 17. Und 18. Jahrhunderts bzw. noch früherer Zeit stammen ist nicht genau bekannt.
Ob bereits längere Zeit schon solche Zuchtbemühungen bestanden lässt sich nur vermuten, dennoch sind einige Porzellanfiguren und Gemälde langschnauziger Möpse schon zu dieser Zeit gefertigt worden. Bekannt ist, dass aufgrund einer mangelnden Zuchtbasis (vermutlich bedingt durch Kriege, und den Untergang diverser Herrscherhäuser in welchen gezüchtet wurde etc.) Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts Pinscher in den Mops eingekreuzt wurden. Dieses Einkreuzen einer Fremdrasse verhalf dem Mops zu einem ausgeprägtem Fang sowie zu einer insgesamt besseren Kondition und Konstitution. Dennoch blieben diese Hunde welche wieder zurück auf den Mops verpaart wurden deutlich im Mopstyp vom Wesen wie vom Habitus her, erhielten deshalb später auch Papiere und wurden weiter in der Mopszucht eingesetzt. Genaue Zahlen über den Einsatz solcher Zuchtbemühung liegen jedoch nicht vor. Bereits damals wurde dieser sportlichere Schlag des Mopses als Altdeutscher Mops bezeichnet. (vgl. Christina A. Veldhuis "Der Mops" 3. Auflage, Berlin: Parey-Verlag, 1997) Durch Selektionszucht in den darauf folgenden Jahrzehnten kam man jedoch immer mehr vom altdeutschen Typ des Mopses ab. Doch bis hinein in die 60erJahre des vergangenen Jahrhunderts existierten in Deutschland noch einige Zuchten welche diesen Schlag hervorbrachten.
Auch in Deutschland hat die Mopszucht Tradition. Allerdings werden in Deutschland überwiegend die extrem kurzköpfigen, flachnasigen Möpse gezüchtet. Mein Bestreben ist es, wieder Möpse zu züchten, die etwas mehr Nase haben.
Francis vom Nassauer Hof
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